Die Geschichte des Bonner Stadtsoldaten-Corps von 1872 e.V.
Kur-kölnische Regimenter ergaben sich
lle fünf Regimenter, jedes etwa 600 Mann stark und aus sechs bis acht Kompanien bestehend, verließen im August 1757 Bonn, um in Nürnberg zur Reichsarmee zu stoßen. Da sie zu langsam marschierten, wurden sie nach Meiningen dirigiert, wo sie am 10. September ein Lager bezogen. Bei Gotha kamen die kur-kölner Regimenter in erste Gefechte mit den Seydlitz-Husaren. Friedrich der Große ging zurück, die Reichsarmee rückte bis Erfurt vor, darunter auch die zwei kur-kölnischen Regimenter, während die restlichen Truppen die Magazine in Meiningen deckten.
Ausrüstung, Besoldung und Verpflegung der Kur-Kölner waren besser und regelmäßiger als in der übrigen Reichsarmee. Im Frühjahr 1759 ergaben sich in Meiningen die kur-kölnischen Regimenter, und in Wasungen an der Werra ereilte das Regiment Nagel das gleiche Geschick.
Der neue, kurfürstliche Oberbefehlshaber von Nagel weilte während dieser Verluste gerade zur Berichterstattung in Bonn. Er vermochte den Kurfürsten noch einmal zu neuen Werbungen und härteren Maßnahmen gegen Landesflüchtlinge und Deserteure zu bewegen. Der Ersatz stieß bei Nürnberg zu den beiden Regimentern und fand bei der Parade in Leipzig eine gute Beurteilung. Man beteiligte sich an der Belagerung Dresdens und am Finkenfang bei Maxen.
Die Hoffnung auf eine Auswechslung der gefangenen kur-kölnischen Regimenter erfüllte sich nicht. Nach dem Winterquartier in Kulmbach erlebten die kur-kölnischen
Regimenter wieder die Kreuz- und Quermärsche bis Wittenberg, Torgau und Dresden. Kurfürst Clemens-August starb am 6. Februar 1761.
Bei Saalfeld wurden am 2. April 1761 die beiden kur-kölnischen Regimenter von den Truppen des preußischen Generals von Syburg zusammengeritten. Nur 200 Mann mit einer Fahne, aber ohne Bagage und Kanonen retteten sich nach Coburg und Kronach.

Waren diese Verluste schon schmerzlich genug, so veranlassten die eiligen Rufe des Reiches nach neuen Regimentern die kur-kölnischen Landesstände nur zur Ablehnung, zumal der neue Kurfürst Max-Friedrich von Königsegg und Rothenfels - also nicht mehr aus dem Hause Wittelsbach - dem bayerisch-französischen Interessendruck weniger ausgesetzt war und sich mit der Haltung der Stände zufrieden gab.
Restteile aller Regimenter kämpften weiter im Verband der Reichsarmee ohne Sold und Versorgung aus der Heimat, jetzt vom Kaiser unterhalten. Noch aus dem Jahre 1762 finden sich Eintragungen in Plauener Kirchenbüchern über Bestattungen kur-kölnischer Verstorbener. Der noch vorhandene Fuhrpark und die Magazinvorräte wurden vom Kriegslieferanten Simon Bachoch zu Königshofen aufgekauft. Somit war de Krieg für Kur-Köln beendet. Von 1763 - 1792 ging der Garnisonsdienst seinen gewohnten Gang.