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Sonntag, 20. Mai 2012

Die Infanterie - Wurzel des Corps

von Kamerad Ralf Wolanski

Als sich am 23. Februar des Jahres 1872 die Neugründung des "Bonner Stadtsoldaten-Corps" vollzog, war es wahrscheinlich keine Frage, als welcher Truppenteil eines gegen Griesgram und Muckertum in den Krieg ziehenden Heeres man auftreten würde.

Die Mittel waren vielleicht knapp, und man hatte doch noch den Fundus des "Rataplan" der in den Jahren 1862 bis 1864 am Bonner Karneval teilnahm. Man nutzte also die alte Fahne (bis 1874) und die Uniformen vom "Rataplan".

Auch die Umgangsformen wurden vom "Rataplan", von dessen Mitgliedern 1897 noch 10 Veteranen lebten, übernommen, und diese sind wie folgt überliefert:

Die Exerzierübungen wurden im Hotel Stamm, Koblenzer Straße vorgenommen, wobei Besenstiele und Bohnenstangen die Stelle der Gewehre vertraten und die große Wiese im Hofgarten zu den Felddienstübungen benutzt wurde. Keine Frage, das Bonner Stadtsoldaten-Corps bestand zu Beginn nur aus der Infanterie! Die weiteren aktiven Formationen kamen erst später in der Reihenfolge Artillerie, Kadettencorps, Kavallerie und Aktiver Landsturm hinzu.

Zurück ins Jahr 1872. Als sich damals die Gründungsmitglieder, u.a. Johann Ropertz, Ferdinand Flörken, Gerhard Schmidt, Fritz Aderholt, Friedrich Bauer und Otto Kaupe, trafen und mit Josef Morell den ersten Kommandanten wählten, war dieser zugleich auch Führer der Infanterie.

Dies änderte sich auch nicht, als am 04.02.1898 Ignaz Parmentier zum neuen Corpskommandanten gewählt wurde.

Erst mit der Bildung der Artillerie im Jahre 1903 wird sich eines der Mitglieder des Generalstabs - es gab damals den I., II., III., IV., und V. Offizier - mit der Führung der Infanterie befaßt haben.

Während einer Vorstandssitzung erreichte dann die Tagenden die Trauerbotschaft, daß Ignaz Parmentier verstorben sei; dies alles wenige Monate nach Ausbruch des 1. Weltkrieges.